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Laufen die Investoren bald gegen die Wand? Elf Höchststände hat der S&P 500 allein im Mai markiert. Es läuft an den US-Börsen. Und über die Gefahr einer Bubble lachen die Bullen an der Wall Street derzeit lauthals.
Inhaltsverzeichnis
1. S&P 500: Aufschwung auf wenigen Schultern
2. JP Morgan: S&P 500 schon 2027 bei 9000 Punkten?
3. Die „zweite Welle“ der KI-Gewinner
S&P 500: Aufschwung auf wenigen Schultern
Immer wieder treibt die Aussicht auf einen möglichen Waffenstillstand im Iran die Kurse. Selten wurde ein Ereignis, das noch gar nicht eingetreten ist, an der Börse so oft vorweg gefeiert. Und dann der KI-Hype. Der US-Aktienmarkt wird zunehmend von wenigen großen Tech-Themen getragen. Die zwei Sektoren Technologie und Kommunikation, die dem Bereich Künstliche Intelligenz (KI) nahestehen, machen zusammen knapp die Hälfte der Marktkapitalisierung des S&P 500 aus. Und jetzt kommt auch noch SpaceX und in ein paar Monaten OpenAI. Aber: Diese Konzentration hat den Index zuletzt gestützt und schwächere Signale wie gedämpfte Verbraucherstimmung, höhere Ölpreise und steigenden Inflationsdruck überlagert.
Doch wie tragfähig ist dieser Trend? Nun, die Unterstützung durch KI-Investitionen und Gewinnentwicklungen bleibt hoch. Und die Berichtssaison für das erste Quartal sorgte für zusätzlichen Rückenwind, was zur Folge hat, dass die Gewinnschätzungen der Analysten weiter nach oben geschraubt werden. Gleichzeitig zeigt sich auch bei den Gewinnschätzungen die hohe Konzentration: Seit Jahresbeginn entfiel der Großteil der Aufwärtsrevisionen im S&P 500 auf die Technologie-Konzerne. Die Kehrseite ist eine höhere Anfälligkeit. Wenn wenige Titel und ein dominierendes Thema die Indexentwicklung bestimmen, können Rückschläge einzelner Marktführer schnell eine Abwärtsspirale in Gang setzen.
JP Morgan: S&P 500 schon 2027 bei 9000 Punkten?
Aber das sehen die Strategen der US-Großbank JP Morgan nur als „vollkommen gesund“ an. Sie zeichnen sogar ein Szenario, in dem der S&P 500 bis Mitte 2027 auf 9.000 Punkte steigt. Das wäre ein weiteres Plus von rund 20 Prozent gegenüber dem aktuellen Niveau. Der entscheidende Treiber sei dabei eine deutlich breitere wirtschaftliche Nutzung von Künstlicher Intelligenz. Bislang profitiere vor allem der Tech-Sektor. Genau darin liegt laut JP Morgan Risiko und Chance. „Der Weg zu 9.000 Punkten führt über den Technologiesektor hinaus“, schreiben die Strategen. Entscheidend sei eine breite KI-Adoption über viele Branchen hinweg – von Industrie über Gesundheitswesen bis hin zu Dienstleistungen.
Und es gibt Gründe, die diese These stützen. Der Gewinnzyklus läuft derzeit auf hohem Niveau. Weltweit beschleunigte sich das Gewinnwachstum der Unternehmen zuletzt deutlich: von 15,3 Prozent im vierten Quartal auf 22,6 Prozent im ersten Quartal dieses Jahres – der höchste Wert seit mehr als vier Jahren. Das sind bemerkenswerte Zahlen. Und die setzen sich fort, denn es geht um gewaltige Summen: Die großen Cloud-Anbieter wie Alphabet, Microsoft & Co. investieren allein 2026 mehr als 750 Milliarden Dollar in KI-bezogene Infrastruktur. Bis zum kommenden Jahr könnte dieser Betrag auf rund 1,16 Billionen Dollar steigen. Dabei muss man bedenken: Dieses Kapital fließt nicht nur in Chips und Rechenzentren, sondern auch in Stromnetze, Kühlsysteme, Bauprojekte und zahlreiche angrenzende Industrien.
Die „zweite Welle“ der KI-Gewinner
In diesen Bereichen sitzen denn auch die „zweiten“ Gewinner des Hypes. Sie sind quasi die „zweite Welle“ der KI-Gewinner. In diesem Segment suchen auch wir nach lukrativen Investments. Dies ist etwa der britische IT-Systemanbieter Computacenter. Der vermittelt Hard- und Software zwischen Hersteller und Endverbraucher. Und hier hat sich vor allem die US-Expansion ausgezahlt. Denn Computacenter bestückt die neuen Rechenzentren vieler Tech-Konzerne mit Hardware und garantiert den Service. Ein Geschäft mit weiterhin hohem Potential, wie die geplanten Investitionen zeigen. Oder die Allianz, ein Wert aus unseren Mandaten wie dem Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen und dem Frankfurter UCITS-ETF – Modern Value. Der Versicherungsgigant investiert Milliarden in die Digitalisierung, um KI konzernweit in mehr als 900 Anwendungsfällen zu etablieren. Die Strategie umfasst gezielte Investitionen in Technologie-Partnerschaften wie mit Anthropic und CMT, eigene Produktentwicklungen sowie den Aufbau von KI-Kompetenzen in der Belegschaft. Ähnlich sieht es auch bei den anderen Versicherern aus unseren Portfolios wie der Münchner Rück, der französischen SCOR oder dem norwegischen Finanzkonzern Storebrand aus.
Wir sind zwar auch in der ersten Reihe der Tech-Giganten wie Amazon und Microsoft investiert. Doch die „zweite Welle“ bietet attraktive Chancen, weil hier mit KI bares Geld verdient wird.
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