Europäische Aktien mit gewaltigem Gewinnsprung

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Europäische Aktien mit gewaltigem Gewinnsprung
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Der weiterhin ungelöste Iran-Konflikt und ein enttäuschend ergebnislos verlaufenes Gipfeltreffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping haben zuletzt für Abschläge an den Aktienmärkten gesorgt. Doch es gibt Lichtblicke. Vor allem in Europa.

 

Inhaltsverzeichnis

1. STOXX 600: Gewinnsprung im ersten Quartal

2. DAX- Unternehmen leiden unter den hohen Energiepreisen

3. Ölmarkt: anhaltende Versorgungslücken

4. Nvidia gibt weiterhin das Tempo vor

 

STOXX 600: Gewinnsprung im ersten Quartal

 

Die zu Ende gehende Berichtssaison im STOXX 600 zeigt, wie resilient die Gewinne der Unternehmen sind. Aktuell deutet sich ein Wachstum von rund zehn Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal an, was dem höchsten Gewinnsprung seit drei Jahren entspricht und etwa sechs Prozentpunkte über den Erwartungen liegt. Treiber dieser Entwicklung sind insbesondere Energieunternehmen, die dank höherer Öl- und Gaspreise auf ein Gewinnplus von über 50 Prozent zusteuern. Darüber hinaus konnten auch Finanz- und Rohstoffwerte positiv überraschen. Zwar verweisen einige Unternehmen auf die aktuellen geopolitischen Risiken, die gestiegenen Energiepreise und eine schwächere Nachfrage. Insgesamt haben jedoch mehr Unternehmen ihre Prognosen angehoben als gesenkt. Zu den Top-Performern gehört der Halbleiterausrüster ASM International, aber auch unsere Portfoliowerte aus dem Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen und dem Frankfurter UCITS-ETF – Modern Value wie etwa die britischen Titel Diploma oder Computacenter können sich durchaus sehen lassen.

 

DAX- Unternehmen leiden unter den hohen Energiepreisen

 

Aber auch die Berichtssaison der DAX-Unternehmen für das erste Quartal fällt insgesamt solide aus: Die Gewinne stiegen im Vorjahresvergleich um rund fünf Prozent – der stärkste Zuwachs seit zwei Jahren. Das Wachstum bleibt jedoch uneinheitlich. Den Löwenanteil trug der Finanzsektor mit etwa der Commerzbank bei. Der Sektor erzielte einen Gewinnanstieg von über 30 Prozent, während Chemie-, Automobil- und Industriewerte die Vorjahresergebnisse nicht übertreffen konnten. Im Schnitt lagen die Gewinne der DAX-Konzerne aber bei rund drei Prozent über den Erwartungen der Analysten. Und auch hier gilt: Vorausschauend halten die meisten Unternehmen an ihren Prognosen fest – sie deuten jedoch an, ihre Schätzungen nach unten korrigieren zu müssen, sollten sich die hohen Energiepreise im Zuge des Iran-Konflikts bis in die zweite Jahreshälfte fortsetzen. Die Analysten nehmen die Risiken zunehmend in ihre Prognosen auf. Ihre Schätzungen für das Gewinnwachstum des Gesamtjahres belaufen sich nun im Schnitt auf rund sechs Prozent. Zu Beginn des Jahres hatten sie noch mit rund 13 Prozent gerechnet. Der Gegenwind nimmt also zu. Das sieht man auch bei der jüngsten Prognose der EU-Kommission, die für Deutschland nur noch ein Wachstum von 0,6 Prozent sieht. Tendenz weiter fallend.

 

Ölmarkt: anhaltende Versorgungslücken

 

Und gerade, was die Energiekosten betrifft, ist wohl vorerst keine Besserung in Sicht. Denn der globale Ölmarkt dürfte infolge der Golfkrise bis in das dritte Quartal hinein deutlich im Defizit bleiben. Zu dieser Einschätzung kommt zumindest die Internationale Energieagentur (IEA) in ihrem jüngsten Monatsbericht. Für das zweite Quartal wurde das erwartete Angebotsdefizit von 3,7 auf 6,0 Millionen Barrel pro Tag angehoben; für das dritte Quartal wird nun eine Lücke von 1,9 Millionen Barrel pro Tag erwartet. Ein Ausgleich zwischen Ölförderung und -nachfrage wird erst für Oktober in Aussicht gestellt, sodass die Lagerbestände bis dahin weiter sinken dürften. Insgesamt könnte der kumulierte Produktionsausfall bis September rund 900 Millionen Barrel erreichen, so die IEA. Die Erwartungen spiegeln sich auch am Terminmarkt wider: Während Brent am Spotmarkt derzeit bei über 100 US-Dollar je Barrel notiert, liegt der Preis für Lieferungen im Dezember 2026 bei etwa 90 US-Dollar. Dies signalisiert zwar eine gewisse Entspannung, das Niveau bleibt jedoch deutlich über den Vorkrisenwerten von weniger als 70 US-Dollar.

 

Nvidia gibt weiterhin das Tempo vor

 

Noch einen Blick über den Atlantik an die Wallstreet. Hier bleibt der Tech-Boom ungebrochen. Davon hat auch unser Portfolio-Unternehmen Amazon zuletzt wieder profitiert. Aber vor allem die Zahlen von Nvidia stellten alles in den Schatten. Eine Umsatzsteigerung von 85 Prozent in einem Quartal ist eine Ansage. Der Nettogewinn schoss um 211 Prozent auf rund 58,3 Milliarden Dollar nach oben. CEO Jensen Huang kündigte zusätzliche Aktienrückkäufe im Volumen von 80 Milliarden Dollar sowie eine Anhebung der Quartalsdividende von 0,01 auf 0,25 Dollar an. Dazu kommt, dass die neuen Kennzahlen von Nvidia nochmal über den eh schon sehr hohen Markterwartungen lagen. Und übertroffene Erwartungen sind an der Börse immer ein Grund zu feiern.

 


 

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Frank Fischer

Frank Fischer

Frank Fischer, Jahrgang 1964, ist Vorstandvorsitzender (CEO) der Shareholder Value Management AG und übt dort die Funktion des Chief Investment Officers (CIO) aus. Bis Ende Februar 2025 war Herr Fischer auch Vorstandsmitglied der Shareholder Value Beteiligungen AG. Bis Ende 2005 war Frank Fischer als Geschäftsführer von Standard & Poor´s Fund Services (vormals Micropal GmbH) zuständig für Investmentfonds-Informationen und -Ratings.