Frank Fischer im Anzug mit pinker Krawatte

Unsere digitale Welt – ein Krake mit guten und bösen Tentakeln

Unsere Welt ist voll durchdigitalisiert. Ob im Beruf, zuhause, in unserer Freizeit, im Auto, in der Wirtschaft – egal wo man hinschaut, die Digitalisierung hat unser Leben radikal verändert. Und tut dies auch weiterhin. Die Digitalisierung bestimmt heute unser aller Leben.

Digitales ist aber nicht nur unsere Gegenwart. Die Digitalwirtschaft ist ein Multi-Milliarden-Geschäft. Hier werden Billionen investiert – und Billionen jedes Jahr verdient. Nicht zu Unrecht gehören Internetunternehmen zu den Top-10-Unternehmen der Welt nach Marktkapitalisierung. Nach Berechnungen des Wirtschaftsmagazins „Forbes“ zählen Apple, Alphabet, Microsoft & Co. auch zu den ertragreichsten Konzernen an der Börse.

Und das Wachstum ist ungebrochen. Auch in Deutschland bleibt die Internetwirtschaft trotz einer möglichen Rezession der deutschen Wirtschaft insgesamt auf Wachstumskurs. Das ist das Ergebnis einer Konjunkturstudie der Wirtschaftsberatung Arthur D. Little im Auftrag des Verbandes der Internetwirtschaft Eco. Bis 2025 gehen die Analysten von einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 12,2 Prozent aus. Damit würden die Umsätze der Branche auf 258 Milliarden Euro im Jahr steigen. Und das allein in Deutschland.

 

Der „Chief Evangelist“: immer auf der Suche nach dem nächsten „Billion-User-Baby“

 

Entsprechend kommt man in einem diversifizierten Portfolio auch künftig nicht an Investitionen in Tech-Unternehmen vorbei – Rezession hin oder her. Denn: Trotz des Gefühls „Wohin soll das alles noch führen?“ - die Unternehmen investieren Unsummen in die Entwicklung immer neuer Services und Angebote. So leistet sich etwa die Google-Mutter Alphabet, die wir auch im Portfolio unseres Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen und in unserem erst kürzlich aufgelegten Frankfurter UCITS-ETF – Modern Value haben, einen „Chief Evangelist“. Der hat mit seiner mehrere Hundert Spezialisten umfassenden Abteilung die Aufgabe, das nächste „Billion-User-Baby“ zu finden und zu entwickeln. Alphabet (Blogbeitrag: Alphabet: Viel mehr als nur die Google-Suche) versteht darunter Funktionen und Services, die mindestens eine Milliarde Nutzer haben. Und davon gibt es im Konzern heute schon einige, wie etwa Google selbst, aber auch Google Maps, YouTube, Chrome und Android. Weitere sollen folgen, wie etwa autonom fahrende Autos, neue Formen von Versicherungen und andere mehr. „Wir versuchen immer Sachen zu machen, die andere Leute für verrückt halten, von denen wir aber völlig begeistert sind", erklärte Larry Page, einer der Gründer, im Rahmen des 25-jährigen Jubiläums von Google. Deshalb sind wir hier auch investiert, weil wir dem Unternehmen – wie auch Amazon (Blogbeitrag:  AWS: Der versteckte Gewinntreiber bei Amazon) – zutrauen, unser aller Zukunft maßgeblich mitzugestalten. DoubleClick, reCAPTCHA, AdMOB und andere Alphabet-Unternehmen werden schon sehr bald auch einer breiteren Anzahl von Anlegern bekannt sein.

 

Unser tägliches Leben – voll durchdigitalisiert

 

Was Alphabet, Amazon & Co. entwickeln, wird schon bald unser tägliches Leben bestimmen. Doch die Digitalisierung ist schon heute unser tägliches Brot. Sie lesen dieses Magazin, das Ihnen digital übersandt wurde. Wenn Sie auf unsere Webseite sind, werden Sie rundum digital versorgt. Informationen zu unseren Fonds? Digital! Videos, Blogs, Veranstaltungshinweise? Digital. Das Ordern von Fonds für Ihr Portfolio? Digital! Einfach auf den Kauf-Button drücken – und schon geht es los. Das soll jetzt nicht Eigenwerbung sein, solche Angebote gehören heute zum Standard. Kanäle wie YouTube, TikTok, WhatsApp, Facebook, Instagram oder Twitter gehören dazu, aber auch Neobroker wie Scalable, Flowbank, Robinhood, Wallstreetbets, Trade Republic, justETF und wie sie alle heißen. Und ordern Sie dort, dann werden Ihre Wünsche digital umgesetzt. Die digitale Welt ist allumfassend, ob wir wollen oder nicht. Sie ist ein Krake, den wir nicht mehr loswerden.

Doch sie birgt auch Gefahren. Welche, das bekommen wir immer beim Besuch unseres Portfoliounternehmens secunet Security Networks (Blogbeitrag: Die Cybersecurity Aktie „Made in Germany“) deutlich vor Augen geführt. Die Firma aus Essen ist ebenfalls in einem stark wachsenden Markt unterwegs – Cybersecurity. Denn Unternehmen werden alltäglich zum Opfer von Diebstahl, Industriespionage oder Sabotage. Neun von zehn Firmen in Deutschland sind von solchen Angriffen betroffen, wie eine aktuelle Studie im Auftrag des Digitalverbands Bitkom gezeigt hat. Dabei entsteht ein jährlicher Schaden von rund 203 Milliarden Euro durch Diebstahl von IT-Ausrüstung und Daten sowie Spionage und Sabotage - und das allein in Deutschland. Dabei ist der Anteil russischer und chinesischer Angriffe sprunghaft angestiegen. 43 Prozent der betroffenen Unternehmen registrierten mindestens einen Angriff aus China. Im vergangenen Jahr waren es noch 30 Prozent. Mehr als jedes dritte Unternehmen machte zudem eine Attacke aus Russland aus. Ein Anstieg um mehr als 50 Prozent. Die Angreifer würden immer professioneller und seien häufiger im organisierten Verbrechen zu finden, heißt es weiter. Vor allem Erpresserprogramme, sogenannte Ransomware, werden zu einer immer größeren Bedrohung.

 

Boomender Markt, der von der Börse honoriert wird

 

Damit wird Cybersecurity zu einem boomenden Markt. Entsprechend sind wir dort auch investiert. Denn die Börse honoriert den wachsenden Bedarf der Unternehmen nach Sicherheit ihrer digitalen Infrastruktur. Somit hat auch das Schlechte, wie so oft, eine positive Seite. secunet Security Networks ist deshalb schon seit vielen Jahren in unseren Portfolios.

Und wie sieht die Zukunft aus? Aktuell befindet sich beispielsweise die Smart-Home-Technologie auf dem Vormarsch: Die umfassende Vernetzung von Geräten, ihre Steuerung und deren Nutzung bieten viele Vorteile und erleichtern das tägliche Leben. Der Zugriff über das Internet oder über Apps zur Programmierung einzelner Haushaltsgeräte hilft beispielsweise, den Alltag nach den eigenen Bedürfnissen zu gestalten: So können die Waschmaschine oder einzelne Küchengeräte vorprogrammiert und zu einem bestimmten Zeitpunkt gestartet werden.

 

Die Zukunft wird immer digitaler – daran führt kein Weg vorbei

 

Im Finanzsektor schreitet die Digitalisierung ebenfalls voran. Die Beliebtheit von Onlinebanken spricht dafür. Die Zahl der Online-Konten steigt kontinuierlich. Sich online um seine Finanzangelegenheiten zu kümmern, spart Zeit und ist effektiv: Keine Abhängigkeit von Öffnungszeiten, leichter und schneller Zugriff auf fast alle wichtigen Finanzdienstleistungen, jederzeit, ob spät in der Nacht oder Sonntag früh. Dank der Digitalisierung kann sich jeder Investor flexibel um seine Finanzen kümmern. Der Vergleich von Anbietern vor einer Finanzentscheidung bietet eine hohe Transparenz und zeigt die beste Möglichkeit, auch grenzübergreifend einfach und schnell Investitionen zu tätigen. Eine Entwicklung, die nicht aufzuhalten ist. Und deshalb gehören Tech-Aktien auch in jedes Portfolio. Ob sie derzeit unter den konjunkturellen Perspektiven und der hohen Inflation leiden oder nicht.

 

Frank Fischer

Frank Fischer

Frank Fischer, Jahrgang 1964, ist Vorstandvorsitzender (CEO) der Shareholder Value Management AG und übt dort die Funktion des Chief Investment Officers (CIO) aus. Außerdem ist Frank Fischer Vorstandsmitglied der Shareholder Value Beteiligungen AG. Bis Ende 2005 war Frank Fischer als Geschäftsführer von Standard & Poor´s Fund Services (vormals Micropal GmbH) zuständig für Investmentfonds-Informationen und -Ratings.