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Drei Titel verlassen unseren Frankfurter UCITS-ETF – Modern Value in diesem Quartal, drei neue kommen hinzu. Der spannendste Fall ist dabei kein Abschied aus Schwäche, sondern einer aus Stärke: Computacenter.
Inhaltsverzeichnis
2. Verkäufe: Stärke sichern, Bewertung respektieren
3. Zukäufe: Wo jetzt mehr Potenzial steckt
4. Was bedeutet das für Anleger?
Das Prinzip dahinter
Kurze Erinnerung: Jedes Quartal werden die 25 Aktien des Index auf Basis des erwarteten Total Shareholder Return neu bewertet. Kein Bauchgefühl, keine isolierte Meinung – das System entscheidet. Und es hat in diesem Sommer gut entschieden: Seit dem 30. Juni hat der ETF rund 8 Prozent zugelegt, der MSCI World kam im selben Zeitraum auf gerade einmal 0,5 Prozent (Stand: 18.09.2026). Seit Auflage hat der ETF eine Performance von 65 Prozent gemacht (Stand: 18.09.2026). Disziplin zahlt sich aus.
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Verkäufe: Stärke sichern, Bewertung respektieren
Computacenter, das britische IT-Systemhaus, war eine der stärksten Positionen im Fonds. Getragen vom Nachfrageschub rund um den Aufbau von KI-Infrastruktur, hat die Aktie unseren errechneten fairen Wert erreicht. Ein erheblicher Teil des künftigen Rückenwinds ist damit bereits im Kurs. Wichtig: Wir verkaufen nicht, weil Computacenter schlechter geworden ist. Das Unternehmen ist hervorragend geführt wie eh und je. Wir verkaufen, weil andere Titel auf dem aktuellen Niveau mehr Potenzial bieten. Genau das ist der Kern von Modern Value: Qualität halten, aber den Preis nie aus den Augen verlieren.
Ähnlich gelagert, nur mit umgekehrten Vorzeichen, ist der Fall Recordati. Der italienische Pharmakonzern für seltene Erkrankungen war eine klassische Modern-Value-Position: planbare Erlöse, hohe Kapitalrendite, wenig Konjunkturabhängigkeit. Nun hat der Großaktionär ein Übernahmeangebot vorgelegt. Der Kurs klebt seither am Angebotspreis. Für uns heißt das: kein Aufwärtspotenzial mehr – und damit kein Platz im Index.
Bei bioMérieux, dem französischen Spezialisten für Infektionsdiagnostik, war der Burggraben lange Zeit ein Lehrbuchbeispiel: Die installierte Gerätebasis in Kliniken und Laboren verkauft die passenden Testkits über Jahre mit. Doch der Wettbewerb im Kerngeschäft nimmt zu, große Anbieter drängen in die molekulare Diagnostik, chinesische Wettbewerber werden stärker, und die Gesundheitssysteme erhöhen den Preisdruck. Der Burggraben ist noch da. Er wird nur enger. Nach der Kurserholung der vergangenen Monate reicht das verbleibende Potenzial nicht mehr für einen Platz unter den 25.
Zukäufe: Wo jetzt mehr Potenzial steckt
Ein Neuling auf unsere Watchliste hat es gleich in den Index geschafft: Bureau Veritas verkauft kein Produkt, sondern Konformität. Der französische Prüfkonzern kontrolliert in 140 Ländern Produkte, Anlagen und Schiffe gegen Vorschriften und Normen. Die Nachfrage entsteht aus Gesetzen, nicht aus Konjunktur – auch in Krisenjahren blieb das Geschäft stabil. Das Unternehmen wächst, ohne viel Kapital zu binden, und verbessert seine Kapitalrendite seit Jahren kontinuierlich. Dazu kommt ein Wachstumstreiber, der gerade deutlich anzieht: die Abnahme von Rechenzentren.
Air Liquide steht für eines der stabilsten Geschäftsmodelle überhaupt. Der französische Industriegasekonzern baut seine Anlagen direkt beim Kunden, sichert sich Abnahmeverträge über viele Jahre und kann gestiegene Energiekosten weitergeben. Eine faktische Monopolstellung je Standort, gebundene Kunden, kaum wegbrechende Nachfrage – unsere Kernkriterien in Reinform. Den Kaufanlass liefert der Einstieg des aktivistischen Investors Elliott, der die Margen auf das Niveau des größeren Wettbewerbers Linde heben will. Dort liegt noch Luft nach oben.
Und dann ist da Amazon – zurück im Index. Der weltgrößte Online-Händler vereint zwei Burggräben: ein Logistiknetz, das kaum nachzubauen ist, und mit AWS hohe Wechselkosten in der Cloud. Zurück in den Index kommt der Titel nicht, weil sich am Unternehmen etwas geändert hätte, sondern weil sich die relative Attraktivität verschoben hat: Andere Positionen – allen voran Computacenter – sind so gut gelaufen, dass Amazons erwartete Rendite im Vergleich wieder attraktiver wirkt.
Was bedeutet das für Anleger?
Das System verkauft Gewinner nicht aus Bauchgefühl, sondern weil der Preis irgendwann die Zukunft vorwegnimmt. Und es kauft nicht, was gerade en vogue ist, sondern was im Verhältnis zum Preis am meisten Substanz bietet. Genau das hat sich im dritten Quartal ausgezahlt.
Am Ende gewinnt nicht, wer die spektakulärste Story im Depot hat. Sondern wer diszipliniert bleibt, wenn andere der Story hinterherlaufen. So gehen wir jetzt das vierte Quartal an und im Dezember gibt es hier das nächste ETF-Update nach dem Rebalancing im vierten Quartal.
Fragen zum September-Rebalancing des Frankfurter UCITS-ETF – Modern Value
Wie funktioniert das quartalsweise Rebalancing?
Die 25 Aktien des Index werden jedes Quartal anhand des erwarteten Total Shareholder Return neu bewertet. Entscheidend ist das erwartete Renditepotenzial im Verhältnis zum aktuellen Preis. Deshalb können auch gut gelaufene Aktien ausscheiden, wenn andere Titel attraktiver bewertet sind.
Warum scheiden Computacenter, Recordati und bioMérieux aus?
Computacenter hat laut Blog den errechneten fairen Wert erreicht. Bei Recordati begrenzt der am Übernahmeangebot orientierte Kurs das weitere Aufwärtspotenzial. Bei bioMérieux verringern zunehmender Wettbewerb und Preisdruck die Attraktivität; nach der Kurserholung reicht das verbleibende Potenzial nicht mehr für einen Platz unter den 25 Indexwerten.
Warum kommen Bureau Veritas, Air Liquide und Amazon in den Index?
Bureau Veritas überzeugt im Blog durch gesetzlich getriebene Prüfnachfrage, steigende Kapitalrendite und die Abnahme von Rechenzentren. Air Liquide bietet langfristige Kundenverträge und kann gestiegene Energiekosten weitergeben; der Einstieg von Elliott liefert den Kaufanlass. Amazon kehrt zurück, weil seine erwartete Rendite im Vergleich zu anderen Positionen wieder attraktiver erscheint.
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Bei den dargestellten Szenarien handelt es sich um eine Schätzung der zukünftigen Wertentwicklung, die auf Erkenntnissen aus der Vergangenheit über die Wertentwicklung dieser Anlage und/oder den aktuellen Marktbedingungen beruht und kein exakter Indikator ist. Wie viel Sie tatsächlich erhalten, hängt davon ab, wie sich der Markt entwickelt und wie lange Sie die Anlage/das Produkt halten.