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Monatsbericht Juli 2026: Qualitätsaktien sind wieder da

Geschrieben von Heiko Böhmer | Aug 13, 2026, 8:10:27 AM

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Etwas hat sich verändert. Nicht laut, nicht spektakulär – aber deutlich. Nach Jahren der Tech-Dominanz beobachten wir seit einigen Wochen eine Rotation, die viele Marktbeobachter überrascht. Qualitätsaktien sind zurück. Und nicht ein bisschen, sondern breit und mit Substanz. Der Juli 2026 hat diesen Trend zementiert. Was im April als vorsichtige Erholung begann, ist heute eine strukturelle Bewegung. Die Frage ist nicht mehr, ob die Rotation stattfindet. Die Frage ist, wie lange sie trägt.

 

Inhaltsverzeichnis

1. Tech-Überlegenheit an der Börse – wohl erst einmal vorbei

2. Qualitätsaktien lagen im Juli klar vorn

3. Vorsicht Klumpenrisiko – vor allem im US-Markt

4. Der Rückblick auf unsere Frankfurter Fonds und den Modern Value ETF

Frankfurter Long-Term Value Fund – der Langfristige

Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen – der Klassiker

Frankfurter UCITS-ETF – Modern Value – der Systematische

Frankfurter Value Focus Fund – der Offensive

 

Zur Erinnerung: Das erste Quartal 2026 brachte die massive FOBO-Welle im Softwaresektor. Aus „Fear of Missing Out“ wurde „Fear of Becoming Obsolete“. Die KI-Angst breitete sich aus und in der Folge kollabierten die Software-Bewertungen teils um 30 bis 40 Prozent. Doch dann kam die Wende. Zunächst zaghaft im April. Dann breiter im Mai und Juni. Und im Juli mit Nachdruck. Nicht mehr die Tech-Riesen führen den Markt an. Sondern die klassischen Qualitätsaktien: solide Geschäftsmodelle, planbare Erträge, attraktive Bewertungen, disziplinierte Kapitalallokation.

 

Tech-Überlegenheit an der Börse – wohl erst einmal vorbei

 

Unsere Einschätzung: Die Ära der pauschalen Tech-Überlegenheit ist vorbei. Das heißt nicht, dass Tech verloren hat. Es heißt, dass Qualität wieder mehr zählt als Wachstumsversprechen. Der Markt differenziert wieder. Zwischen echten Kompoundern und teuren Wachstumshoffnungen. Zwischen Geschäftsmodellen mit Substanz und solchen ohne. Und genau das ist es, was uns bei Shareholder Value seit jeher am Herzen liegt: Unternehmen kaufen, keine Narrative.

Warum ausgerechnet jetzt? Zwei Gründe sind erkennbar.

Erstens: Die Bewertungsdifferenz. Nach dem Rückgang im März sind viele Qualitätsaktien wieder auf Niveaus, die man vor zwei, drei Jahren einmal für angemessen hielt – während Tech-Titel trotz aller Korrekturen immer noch überdurchschnittlich bewertet sind.

Zweitens: Die KI-Realität. Nach zwei Jahren Hype werden die tatsächlichen Ergebnisse sichtbar. Sie sind ordentlich, aber nicht revolutionär. Der Markt beginnt zu differenzieren: Wer profitiert wirklich von KI – und wer erzählt nur davon.

 

Qualitätsaktien lagen im Juli klar vorn

 

Wer im Juli überzeugt hat, ist bemerkenswert: Versicherer wie SCOR, Münchener Rück, Allianz und ASR Nederland zeigten weiter starke Zahlen und wurden mit deutlichen Kursgewinnen belohnt. Spezialchemie und Industrieausrüster – IMCD, Croda, Interpump, Diploma – legten kräftig zu. Konsum- und Handelswerte mit soliden Bilanzen wie FEMSA und Ryanair fanden Käufer. Und selbst im Softwaresektor sind es nicht die reinen Hype-Werte, die wieder gefragt sind – sondern die etablierten Player mit echten Wettbewerbsvorteilen: Microsoft, SAP, Computacenter. Kein pauschales Tech-Comeback. Sondern eine Qualitätsrotation innerhalb des gesamten Marktes. 

 

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Vorsicht Klumpenrisiko – vor allem im US-Markt

 

Für Anleger heißt das: Es lohnt sich wieder, genau hinzuschauen. Wer die letzten Jahre nur passiv im ETF auf den S&P 500 gesetzt hat, hat vor allem einen Klumpen aus wenigen Tech-Riesen im Depot. Diese Konzentration wird zunehmend zum Risiko. Wer aktiv in Qualitätsunternehmen investiert – über Regionen, Sektoren und Kapitalisierungen hinweg – ist derzeit im Vorteil. Nicht wegen einer Wette. Sondern wegen einer Disziplin: Bewertung, Bilanz, Geschäftsmodell. In dieser Reihenfolge.

Ist die Tech-Dominanz damit endgültig vorüber? Nein. Ein solches Urteil wäre verfrüht. Aber die pauschale Tech-Überlegenheit ist gebrochen. Der Markt muss sich neu justieren. Und in dieser Justierung liegt für uns die Chance. Die kommenden Monate werden zeigen, ob sich die Rotation als struktureller Trend verfestigt oder ob wir es mit einer temporären Korrektur zu tun haben. Unsere Antwort für beide Ausgänge ist dieselbe: konsequent qualitätsorientiert bleiben, geografisch streuen, Konzentration bewusst dosieren. Am Ende gewinnt nicht das lauteste Narrativ – sondern das robusteste Geschäftsmodell.

 

Der Rückblick auf unsere Frankfurter Fonds und den Modern Value ETF

 

Frankfurter Long-Term Value Fund – der Langfristige

Der Frankfurter Long-Term Value Fund ist der klare Gewinner unseres Setups. Im Juli 2026 legte der Fonds um 4,5 Prozent zu; YTD steht er bei +4,3 Prozent *(Stand: 31.07.2026). Damit ist er weiterhin unser stärkstes Mandat im laufenden Jahr. Der Multi-Manager-Ansatz mit fünf bankenunabhängigen Fondsberatern zahlt sich in diesem Umfeld doppelt aus: Die Streuung über Branchen und Regionen fängt Schwankungen ab, gleichzeitig kommen die stärksten Ideen aus mehreren Quellen. Besonders positive Beiträge lieferten im Juli erneut FEMSA aus Mexiko, Storebrand aus Norwegen, Ferguson aus Großbritannien sowie die etablierten europäischen Qualitätswerte SCOR und Allianz. Der Fonds zeigt exemplarisch, was wir mit Qualitätsdisziplin meinen: Unternehmen mit unternehmerischer Substanz, sauberen Bilanzen und langem Renditepfad. Genau in einem Umfeld, in dem der Markt wieder auf Qualität statt Momentum setzt, spielt dieser Ansatz seine Stärken voll aus.

 

 

Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen – der Klassiker

Unser Klassiker hat den Rückenwind der Qualitätsrotation deutlich gespürt. Der Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen legte im Juli um 4,2 Prozent zu; YTD steht er bei +3,2 Prozent *(Stand: 31.07.2026). Damit hat der Fonds die Q1-Verluste weitgehend aufgeholt. Getragen wurde die Erholung durch die Kernpositionen aus Versicherung, Spezialchemie und Industrie: SCOR und Münchener Rück lieferten weiter überzeugend, IMCD und Croda kamen zurück, Interpump zeigte starke Zahlen. Auf der Techseite gaben Microsoft und SAP dem Fonds ebenfalls Rückenwind, was unsere Einschätzung aus dem Q1 bestätigt: Software-Qualität wurde damals pauschal abgestraft; wer differenziert hingesehen hat, ist heute im Vorteil. Wir haben die Marktphasen für gezielte Anpassungen genutzt: Bei einzelnen Werten haben wir Gewinne mitgenommen, unsere Kernpositionen aber bewusst hochgewichtet gelassen. Der Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen bleibt damit das, was er ist – unsere Visitenkarte für breit gestreute, nachhaltige und qualitätsorientierte Aktienanlage.

 

 

Frankfurter UCITS-ETF – Modern Value – der Systematische

Der Frankfurter UCITS-ETF – Modern Value zeigte im Juli erneut, warum systematische Auswahl in einer Qualitätsrotation gut funktioniert. Der ETF legte um 6,0 Prozent zu; YTD steht er bei +2,3 Prozent *(Stand: 31.07.2026). Der systematische Ansatz filtert genau nach den Faktoren, die im aktuellen Marktumfeld gefragt sind: Bewertungsqualität, Kapitalrendite, Bilanzstärke, Momentum. Beim letzten Rebalancing im Juni haben wir zwei Titel ausgetauscht und den Fokus auf klassische Qualitätsunternehmen weiter geschärft. Besonders positive Beiträge lieferten im Juli Computacenter, Amazon, Diploma, Sunbelt Rentals und IMCD. Aktuell bilden die 25 aussichtsreichsten Titel unserer gesamten Investment-Watchliste den ETF. Für Anleger, die aktive Titelauswahl mit regelbasierter Umsetzung verbinden möchten, ist der Modern Value ETF derzeit besonders passend positioniert.

 

 

Frankfurter Value Focus Fund – der Offensive

Der Frankfurter Value Focus Fund hat im Juli 5 Prozent zugelegt; YTD steht der Fonds bei -1,9 Prozent *(Stand: 31.07.2026). Die Konzentration auf wenige, überzeugende Einzelwerte hat sich in der Qualitätsrotation weiter bewährt. Intershop, secunet Security Networks und SCOR – die drei Kernpositionen mit jeweils mehr als 10 Prozent Gewichtung – lieferten starke Beiträge. Auch Rovi kam nach der April-Korrektur wieder in die Spur und trug positiv zur Performance bei. Bei einem Mandat wie diesem gilt: Konzentration ist keine Wette, sondern eine Überzeugung. Und diese Überzeugung basiert auf jahrelanger fundamentaler Analyse jedes einzelnen Wertes. Wer den Frankfurter Value Focus Fund wählt, bekommt genau das – eine fokussierte Beteiligung an den überzeugendsten Ideen unseres Investment-Universums. In einem Marktumfeld, in dem Qualität wieder honoriert wird, ist das eine Struktur, die ihre Stärken direkt in die Rendite überträgt. 

 


*Die frühere Wertentwicklung lässt nicht auf zukünftige Renditen schließen.

 

Häufige Fragen zum Monatsbericht Juli 2026

Ist die Dominanz der Tech-Aktien 2026 vorbei?

Die pauschale Überlegenheit von Tech-Aktien ist aus Sicht der Shareholder Value Management AG vorerst gebrochen. Das bedeutet nicht, dass Technologieaktien grundsätzlich an Attraktivität verlieren. Der Markt differenziert jedoch stärker zwischen hoch bewerteten Wachstumshoffnungen und Unternehmen mit soliden Geschäftsmodellen, planbaren Erträgen, starken Bilanzen und attraktiven Bewertungen.

Warum gewinnen Qualitätsaktien 2026 wieder an Bedeutung?

Zwei Faktoren treiben die Rotation hin zu Qualitätsaktien: attraktivere Bewertungen und eine realistischere Einschätzung des KI-Booms. Nach den Kursrückgängen im Frühjahr sind viele Qualitätsunternehmen wieder günstiger bewertet, während zahlreiche Tech-Aktien weiterhin hohe Bewertungen aufweisen. Gleichzeitig prüft der Markt zunehmend, welche Unternehmen tatsächlich von künstlicher Intelligenz profitieren.

Wie haben sich die Frankfurter Fonds und der Modern Value ETF im Juli 2026 entwickelt?

Alle vier Mandate legten im Juli 2026 zu. Der Frankfurter Long-Term Value Fund gewann 4,5 Prozent, der Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen 4,2 Prozent, der Frankfurter UCITS-ETF – Modern Value 6,0 Prozent und der Frankfurter Value Focus Fund 5,0 Prozent. Seit Jahresbeginn lagen die Ergebnisse zum 31.07.2026 bei +4,3 Prozent, +3,2 Prozent, +2,3 Prozent beziehungsweise −1,9 Prozent.

 

 

 

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