Frankfurter Investmentblog

ETF-Rebalancing: Neue Impulse durch Amazon und Ryanair

Geschrieben von Heiko Böhmer | Mar 24, 2026 2:00:26 PM

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Der Iran-Krieg hat einen Wandel der Kapitalmärkte angetrieben, und das wirkt sich auch ganz direkt auf das Portfolio unseres Frankfurter UCITS-ETF – Modern Value aus. Wo vor wenigen Monaten noch starke Narrative wie KI-Disruption oder geopolitische Risiken im Vordergrund standen, tritt nun ein regelbasierter, qualitätsorientierter Anlageprozess in den Vordergrund. Und genau hier zeigt sich, was ein strukturierter Ansatz leisten kann: Er nutzt Bewegungen nicht nur zur Risikoabbau, sondern auch zur Chance.

Unser Modern-Value-Ansatz investiert nicht nach Gefühl, sondern nach klaren Kriterien: langfristige Wettbewerbsvorteile, operative Stabilität, finanzielles Wachstum, und nicht zuletzt eine faire Bewertung mit Sicherheitsmarge. Was sich durch KI verändert hat, ist die Art, wie wir diese Kriterien operationalisieren – besonders das Gewicht, das wir datenbasierten Wettbewerbsvorteile beimessen. Aber an unserem grundsätzlichen Ansatz – Qualität vor kurzfristigem Hype – hat sich nichts geändert.

 

Inhaltsverzeichnis

1. Ryanair: Kein klassisches Value – aber Modern Value

2. Amazon: Kein reiner Technologiewert – aber Modern Value

3. Rebalancing-Prozess bietet systematische Chancen und begrenzte Risiken

 

Das jüngste Rebalancing im ETF ist ein gutes Beispiel dafür, wie dieser Prozess funktioniert: Gewinner werden diszipliniert reduziert, Titel mit temporärer Schwäche aber solidem Fundament werden wieder stärker gewichtet. Und natürlich gab es auch neue Ein- und Ausstiege in unserer 25-Titel-Konstruktion.

Zwei neue Werte haben ihren Weg in den Modern-Value-Index gefunden: Ryanair und Amazon. Diese Aufnahmen spiegeln wider, wie wir Renditechancen und strukturelle Wettbewerbsvorteile neu bewerten.

 

Ryanair: Kein klassisches Value – aber Modern Value 

 

Ryanair ist nicht unbedingt ein typischer Value-Titel im klassischen Sinne, aber die Airline zeigt aus unserer Sicht eine starke Kombination aus Preissetzungsmacht, operativer Disziplin und Effizienz in einer Branche, die in den vergangenen Jahren enorme Strukturveränderungen erlebt hat. Niedrige Kosten, hohe Kapazitätsauslastung und eine nach wie vor hohe Nachfrage nach kostengünstigem Luftverkehr geben diesem Geschäftsmodell einen robusten Charakter. Viele traditionelle Airlines kämpfen weiterhin mit übergroßen Flottenkosten und Ungleichgewichten, während Ryanair durch schlanke Prozesse, Fokus auf Kostenkontrolle und stetige Gewinnsteigerung beeindruckt. Dieses Profil passt zu unserem Modern-Value-Ansatz: hohe operative Effizienz, klare Marktpositionierung und langfristiges Ertragspotenzial.

 

 

 

Amazon: Kein reiner Technologiewert – aber Modern Value  

 

Interessant ist Amazon als neuer Wert im ETF. Lange Zeit wurde Amazon eher als Wachstumsstory gesehen, weit entfernt vom klassischen Value-Universum. Doch unsere Analyse zeigt, dass sich die Bewertungslandschaft verändert hat. Amazon kombinierte in den letzten Jahren kontinuierlich hohe freie Cashflows, Marktführerschaft im E-Commerce und eine dominante Stellung im Cloud-Computing über AWS. Unsere Bewertung berücksichtigt nicht nur die traditionell hohen Wachstumsraten, sondern auch die zunehmende Profitabilität und Kapitaldisziplin des Unternehmens. Vor allem aber hat Amazon eine Art „Daten-/Betriebs-Moat“, der schwer replizierbar ist: Logistiknetzwerke, Amazon Prime-Bindung, AWS-Marktanteile und eine stetig wachsende Plattformökonomie. Für uns ist Amazon damit ein Unternehmen, das trotz technologischer Transformation einen langfristigen Wettbewerbsvorteil besitzt – und ab einem faireren Bewertungsniveau wieder für ein Value-orientiertes Portfolio infrage kommt.

Auf der anderen Seite des Rebalancing standen auch Titel, die den Modern-Value-Index verlassen haben – namentlich Booking.com und Azelis. Booking.com war lange im Portfolio, weil es über Jahre hinweg starke Marktpositionen im Online-Reisevertrieb und wiederkehrende Umsatzströme aufwies. Doch in letzter Zeit hat sich gezeigt, dass das Geschäftsmodell eines solchen Online-Aggregators zunehmend schwieriger zu bewerten ist: Margendruck durch Wettbewerbsdruck, Verschiebungen im Reiseverhalten nach der Pandemie und Unsicherheiten im digitalen Werbemarkt haben die Attraktivität des Burggrabens geschmälert. Kurz gesagt: Der Wettbewerbsvorteil war nicht mehr so klar, dass er die Risiken einer hohen Bewertung halten konnte. Deshalb wurde die Position im Rahmen des Rebalancing reduziert und schließlich ganz aus dem Index genommen.

Azelis ist ein Spezialist im Chemiedistributionsbereich mit einem soliden Geschäftsmodell, aber auch hier hat sich unsere Bewertung geändert. Die steigende Fragmentierung der Branche, erhöhte Kosten im Beschaffungsprozess und eine sich verschiebende Nachfrage nach speziellen Produkten haben dazu geführt, dass der wirtschaftliche Burggraben weniger gut erkennbar ist als früher – jedenfalls nicht stark genug im Vergleich zu anderen verfügbaren Titeln. Im aktiven Rebalancing wurde daher Platz geschaffen für Werte, deren strukturelle Wettbewerbsvorteile aus unserer Sicht klarer und nachhaltiger sind.

 

Rebalancing-Prozess bietet systematische Chancen und begrenzte Risiken 

 

Diese Bewegungen zeigen, wie der Modern-Value-Ansatz systematisch Chancen nutzt und Risiken begrenzt: Es geht nicht um kurzfristiges Hype-Trading, sondern um langfristige Wettbewerbsvorteile, faire Bewertung und robustes Wachstum.

Und genau hier zeigt sich die Stärke unseres ETF-Ansatzes: Regelbasiert, aber handlungsfähig; systematisch, aber wachstumsorientiert. Rebalancing ist dabei kein Selbstzweck. Es sorgt dafür, dass wir Gewinner nicht „lieber drin lassen, weil sie gerade gut laufen“, sondern dass wir im Gegenteil genau dann verkaufen, wenn die Bewertung überhitzt ist. Und wir kaufen dort, wo die Kombination aus Qualität und Bewertung wieder attraktiv ist.

Ryanair und Amazon sind aktuelle Beispiele hierfür: Zwei Unternehmen mit unterschiedlichen Geschäftsmodellen, aber jeweils mit klar erkennbaren Wettbewerbsvorteilen und langfristigem Wachstumspotenzial. Gleichzeitig haben Booking.com und Azelis den Modern Value Index verlassen müssen, weil sich ihre fundamentalen Profile in den aktuellen Marktgegebenheiten nicht mehr ausreichend von der Konkurrenz abheben konnten.

Das letzte Rebalancing zeigt, dass Modern Value nicht starr ist – aber auch nicht sprunghaft. Es ist ein Ansatz, der Disziplin mit Opportunismus verbindet, Struktur mit Flexibilität und Qualität mit Bewertung.

Und genau das brauchen Anleger in einem Umfeld, in dem Narrative wie KI, geopolitische Risiken oder Energiepreisvolatilität zwar dominieren – aber am Ende langfristiger Wertzuwachs nur durch solide Geschäftsmodelle, verlässliche Cashflows und ausgeprägte Wettbewerbsvorteile erzielt wird.

Aktualisiert, diszipliniert, langfristig orientiert – das ist der Frankfurter UCITS-ETF – Modern Value. Und das aktuelle Rebalancing ist ein Beispiel dafür, wie dieser Ansatz in der Praxis wirkt, nicht nur für heute, sondern für die kommenden Jahre.

 

 

 

 

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