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title: "Gold: Die Versicherungspolice fürs Portfolio"
description: Gold als Versicherung im Portfolio. Die Staatsschulden klettern weltweit immer höher ins Astronomische, das verursacht Inflation. In der neuen Kolumne erfahren Sie, wieso wir jetzt Gold halten.
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[Shareholder Value News ](https://www.shareholdervalue.de/blog)

# [Gold: Die Versicherungspolice fürs Portfolio](https://www.shareholdervalue.de/blog/gold/ldm/gold-die-versicherungspolice-portfolio)

 Geschrieben von [Frank Fischer](https://www.shareholdervalue.de/blog/author/frank-fischer) | Dienstag, 2.6.2020

**Die Staatsschulden klettern weltweit immer höher ins Astronomische. „Nicht kleckern, sondern klotzen“, gab Bundesfinanzminister Olaf Scholz vor ein paar Wochen die Devise aus, mit der man der aktuellen Corona-Krise begegnen wollte. So richtig dieser Weg auch sein mag - weltweit folgen fast alle Regierungen und Notenbanken dieser Devise. „Darf es noch eine Milliarde mehr sein?“ Ja, gerne, heißt es in Krisenzeiten immer wieder. 500 Milliarden Euro wollen Merkel und Macron ausgeben. 750 Milliarden Euro schlägt die EU vor. Oder dürfen es sogar Billionen sein? Ja, denn der US-Kongress und die Regierung in Washington haben infolge der Corona-Pandemie bislang Konjunkturpakete von gut [2,7 Billionen Dollar beschlossen](https://www.n-tv.de/wirtschaft/US-Senat-billigt-2-5-Billionen-Dollar-Schulden-article23000014.html). Das entspricht mehr als zehn Prozent der amerikanischen Wirtschaftsleistung. Hinzu kommt, dass die Währungshüter weltweit sich in den vergangenen Wochen mit Notprogrammen überboten haben, um den wirtschaftlichen Einbruch durch die Corona-Krise zu mildern und die Finanzmärkte zu stabilisieren. Darüber hinaus steht eine globale Rezession ins Haus. Die Gelddruckmaschinen laufen rund um den Erdball auf allen Zylindern. **

Und hier kommt nun Gold ins Spiel. In Zeiten ungezügelten  
Gelddruckens sind Positionen in Gold einfach unumgänglich. In unserem Mandat,  
dem [Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen](https://www.shareholdervalue.de/frankfurter-fonds/frankfurter-aktienfonds-fuer-stiftungen), halten wir derzeit mittelbar rund  
4,3 Prozent in Gold. Der Grund ist einfach: Gold dient in Krisenzeiten wie eine  
Art Versicherungspolice. Man schließt sie zwar in der Hoffnung ab, dass der  
Versicherungsfall nicht eintritt. Sollte es aber zum großen Knall kommen, ist  
man froh, versichert zu haben.

 

## **Goldpreis klettert Richtung Allzeithoch**

 

Dass das Edelmetall derzeit gefragt ist, zeigt sich deutlich  
am Preis. Der steht bei rund 1.730 US-Dollar pro Unze, rund 13 Prozent höher  
als zu Jahresanfang und gut ein Drittel höher als vor zwölf Monaten. Zum  
Allzeithoch fehlt nicht mehr viel: Im September 2011 markierte Gold mit 1.921 US-Dollar  
einen Rekordstand. In Euro gerechnet ist die Höchstmarke aus dem Jahr 2011  
wegen Wechselkurseffekten sogar schon übertroffen worden. Das treibt manche  
Analysten zu Fantasie-Kurszielen, wie etwa die [Bank of America](https://de.wikipedia.org/wiki/Bank_of_America), die den Preis  
für eine Unze Gold schon bei 3.000 US-Dollar sieht. Nun, dieser Meinung muss  
man nicht folgen, aber das Sentiment für Gold ist nun mal positiv.

 

## **Notenbanken weiterhin auf der Käuferseite**

 

Hinzu kommt, dass die Notenbanken anscheinend ihrer eigenen  
Geldpolitik nicht zu trauen scheinen, denn sie stocken ihre Goldreserven immer  
weiter auf. So hat die EZB ihre Reserven in den vergangenen 20 Jahren von gut 7  
auf jetzt schon 22 Milliarden Euro aufgestockt. Auch die Notenbanken von China,  
Indien und Russland waren in letzter Zeit sehr aktiv. Das hat zwar in den  
letzten Wochen etwas abgenommen, weil die Gelder für die akuten Corona-Probleme  
benötigt werden. Abgebaut haben sie ihre Bestände aber trotz aller Sorgen nicht.  
Und nicht zu vergessen: Gold wird knapp. Im März und April standen die meisten  
Minen still. Daraufhin kam es besonders in der Verarbeitung, die in großen  
Teilen in der Schweiz geschieht, zu erheblichen Engpässen.

 

## **Inflation wird mittelfristig zum Risiko**

 

Auf der anderen Seite werden die Zinsen auch auf Jahre hin niedrig  
bleiben, da gilt Gold immer noch als wertbeständige Anlage. Wenn man so will,  
ist Gold derzeit die heimliche Weltwährung, auch deshalb, weil man Gold nicht  
beliebig vermehren oder künstlich produzieren kann.

Und zu guter Letzt: Es sieht zwar derzeit nicht so aus, als  
wenn wir eine Inflation bekommen würden. So ist die Inflationsrate im Euro-Raum  
weit unter die Zielmarke der EZB gefallen. Die Verbraucherpreise stiegen im Mai  
binnen Jahresfrist lediglich um 0,1 Prozent. Damit liegt die Inflation so  
niedrig wie seit Juni 2016 nicht mehr. Wir rechnen allerdings mittelfristig mit  
einem Inflationsschub. Wie immer in Krisenzeiten kommt zunächst mal eine  
deflationäre Phase, denn Unternehmen und Konsumenten halten erstmal ihr Geld  
zusammen. Da sind steigende Preise erstmal unwahrscheinlich. Danach ist ein Anstieg  
der Inflation jedoch sehr wahrscheinlich. Auch für diesen Fall ist Gold eine  
gute Absicherung.

Fazit: So sehr die Geldflut mittel- und langfristig den Wirtschaften  
der einzelnen Länder zu Gute kommt und damit kurzfristig – wie schon in den  
letzten Wochen gesehen - auch DAX, Dow Jones & Co., also die Aktienmärkte  
weiter beflügelt, so ist aber die Krise auch noch nicht ausgestanden - und die  
Rezession erst recht nicht. Da ist Gold die besagte Versicherung für den  
Notfall: Man hofft zwar, dass er nicht eintritt. Wenn doch, ist man gut versichert.

 

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