Aktien, die danach schreien: „Kauf mich endlich!“

Die Börsen-Bären brummen immer grimmiger. Doch es gibt mittlerweile Aktien, die eine hohe Rendite versprechen und förmlich danach schreien: „Kauf mich endlich!“ Doch dazu später mehr.

Der Reihe nach: Zunächst gibt es keine guten Nachrichten. Für Aktienanleger ist 2022 bisher nämlich ein Jahr zum Vergessen. In US-Dollar legte der S&P 500 mit einem Verlust von 20 Prozent die schwächste erste Jahreshälfte seit 1970 hin. In Euro betrug das Minus 13 Prozent. Der europäische STOXX 600 entwickelte sich mit minus 15 Prozent ähnlich schlecht. In den USA konnten immerhin ein paar Sektoren Kurszuwächse erzielen, nämlich Energie mit plus 44 Prozent (in Euro), Versorger mit plus 6 Prozent und Basiskonsum mit plus 2 Prozent. In Europa verzeichnete lediglich der Energiesektor ein Kursplus von 14 Prozent. Schlusslichtern waren hauptsächlich konjunktursensitive Sektoren wie etwa Zyklischer Konsum, Technologie, Industrie und Bau.

 

Liquiditätsentzug bedeutet für Börsianer einen „Cold Turkey“

 

Nun der Blick voraus. War’s das nun langsam mit dem Abverkauf? Wie man es auch dreht und wendet: Wenn die Zentralbanken weiterhin an ihrer aggressiven Politik festhalten und die Liquidität weiter verknappen, dann werden wir noch stürmische Zeiten erleben. Das ist wie ein „kalter Entzug“ für einen Junkie: Es wird uns die „Droge“, also die Liquidität, die die Börsen am Laufen hält, entzogen. Was bleibt ist ein „Cold Turkey“, also ein ausgewachsener Kater, der an den Börsen zu weiteren Rücksetzern führen kann. Dann bekommen wir noch weitere Wellen von Abverkäufen. Wenn man dazu noch bedenkt, dass die Stimmung der Verbraucher dies und jenseits des Atlantiks auf ein historisches Tief gesunken ist, dann kann man fast schon von einem „perfect storm“ sprechen. Oder umgangssprachlich formuliert: Die Stimmung ist im Eimer! Und zwar so im Eimer, wie schon seit fast 30 Jahren nicht mehr.

 

Rezession kommt mit absoluter Sicherheit

 

Schauen wir etwas genauer hin. Die Rezession kommt mit absoluter Sicherheit. Man muss sich nur die Indikatoren ansehen. Die Stimmung beim US-Verbraucher ist miserabel. Und die Konjunkturerwartungen sind heute sogar schlechter als in der Finanzkrise von 2008. Das hat dazu geführt, dass wir uns in einem Bärenmarkt befinden. Im Durchschnitt arbeitet sich so ein Bärenmarkt über 290 Handelstage ab. Da sind wir noch lange nicht durch. Zudem hat die US-Notenbank ihr ‚Quantitative Tightening‘ gerade erst gestartet. Die Fed schrumpft ihre Bilanz um 47,5 Milliarden Dollar pro Monat, ab September sogar um 95 Milliarden Dollar. Dem „Junkie“ wird immer mehr Liquidität entzogen. Wir denken, dass wir erst Anfang 2023 so richtig aus der Baisse rauskommen.

 

Amazon: „Kauf mich endlich!“

 

Aber schon heute gibt es Aktien, die einen förmlich anschreien: „Kauf mich endlich!“ Nun, die Inflation trifft vor allem Firmen, die eine hohe Kapitalbindung haben. Die Börse hat aus dieser Warte in den letzten Monaten aber exakt das Falsche getan: Sie hat die Firmen abgestraft, die eine geringe Kapitalbindung und hohe freie Cashflows haben. Beispiel Alphabet: Da stieg der Gewinn im vergangenen Jahr von 40 auf 68 Milliarden Dollar - und die Aktie kam unter die Räder. In diesen "Verlierern" liegen die größten Chancen der nächsten Jahre. Oder Amazon (Der versteckte Gewinntreiber bei Amazon) für gut 100 Dollar? Hallo! Geht's noch? Was ist das für ein toller Inflations-Hedge! Was man aber wissen sollte: Solche wunderbaren Firmen schützen auch nicht vor Rückschlägen. Allerdings haben wir am Ende der Achterbahnfahrt damit sehr wahrscheinlich ordentliche Gewinne gemacht.

Oder AB InBev. Die Firma ist die Nummer 1 im Biermarkt. Sie hat knapp dreimal so viel Marktanteil wie die Nummer 2, Heineken. Es gibt Länder wie Kolumbien oder Peru, da deckt AB InBev 95 Prozent des Marktes ab. Wenn da ein Wettbewerber rein will, kann man ihm nur viel Spaß wünschen.

 

Neuer „Frankfurter UCITS-ETF – Modern Value“ jetzt handelbar

 

Ob Alphabet (Alphabet: Viel mehr als nur die Google-Suche) oder AB Inbev – beide Titel finden sich sowohl im Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen als auch im jetzt von uns neu aufgelegten „Frankfurter UCITS-ETF – Modern Value“ (WKN: FRA3TF). Denn beide entsprechen genau dem, was wir als Investments anstreben: Sie weisen einen hohen Total Shareholder Return (TSR) aus, haben einen „Burggraben“ um ihr Geschäftsmodell aufgebaut, so dass Wettbewerber nicht einfach Markanteile wegnehmen können, und verfügen über einen hohen Cashflow. Was will man mehr.

Denn wie auch immer. Die Zeit ist der Freund von guten Unternehmen. Das weiß auch Warren Buffett schon seit einer halben Ewigkeit. Derzeit hängen tiefe Wolken über dem Börsenhimmel – aber mit der Zeit scheint auch wieder die Sonne. Versprochen!

 

Frank Fischer

Frank Fischer

Frank Fischer, Jahrgang 1964, ist Vorstandvorsitzender (CEO) der Shareholder Value Management AG und übt dort die Funktion des Chief Investment Officers (CIO) aus. Außerdem ist Frank Fischer Vorstandsmitglied der Shareholder Value Beteiligungen AG. Bis Ende 2005 war Frank Fischer als Geschäftsführer von Standard & Poor´s Fund Services (vormals Micropal GmbH) zuständig für Investmentfonds-Informationen und -Ratings.